TDKS mit Weiß ...

... geht leider nicht :-) . Aber in ziemlich genau der Hälfte aller Partien, die man spielt, führt man als Schachspieler die weißen Steine. Und es stellt sich - wie mit Schwarz - die Frage nach einem passenden Eröffnungssystem.

Keine Sorge, hier wird jetzt keine Empfehlung für 1.Sc3 ausgesprochen - obwohl auch dieser Eröffnungszug weit weniger absurd ist, als es in der Eröffnungstheorie erscheinen mag. Interessierten Freunden richtig exotischer Systeme sei daher das wunderbare Buch "Der Linksspringer 1.Sc3" von Harald Keilhack (Schwieberdingen 2003) mit Nachdruck ans Herz gelegt.

Wer die klassichen offenen, halb-offenen, geschlossenen oder indischen Eröffnungssysteme (nach 1.e4, 1.d4, 1.c4 oder 1.Sf3) vermeiden und dabei auch noch konsequent die Erkenntnisse aus dem TDKS umsetzen will, der spielt mit Weiß: 1.f4 - die Bird-Eröffnung.

1.f4 ist naherzu der einzige weiße Eröffnungszug, gegen den 1. ... Sc6 keine gute Erwiderung ist (wie hier dargestellt). Wenn man also mit Schwarz TDKS spielt, so ist es nur konsequent, mit Weiß Bird zu spielen - so vermeidet man es, mit Weiß selbst gegen TDKS spielen zu müssen.

Die Bird-Eröffnung ist vergleichsweise schnell in den Grundprinzipien zu erlernen - verglichen mit dem Zeitaufwand, den man für die klassischen Eröffnungssysteme benötigt. Und bereits mit guter Kenntnis der Grundprinzipien kann man 1.f4 in der Praxis anwenden, ohne Gefahr zu laufen, in den ersten Dutzend Partien "Lehrgeld" zu zahlen. Sehr rasch wird die eigene Erfahrung in den dabei entstehenden Stellungstypen größer sein als die der Gegenspieler, und das ist es ja, was der kreative Amateur- und Hobbyspieler von einem Eroffnungsrepertoire erwartet.

Allein das From-Gambit 1.f4 e5?! erfordert von Weiß in seiner klassischen Behandlung die für fast alle anderen Eröffnungen typische Kenntnis genauer Zugfolgen - aber selbst dies lässt sich mit dem (unterschätzten) abgelehnten From-Gambit 1.f4 e5?! 2.fxe4 d6 3.Sf3!? umgehen. Dazu demnächst an dieser Stelle mehr.